Familien können für ihre Mitglieder ein Quell großer Freude und Unterstützung sein, aber auch zu Leid, Missverständnissen und Schmerzen führen. Familientherapie und Systemische Praxis spielen deshalb immer dann eine Rolle, wenn es darum geht, die Fähigkeit der Familienmitglieder zur gegenseitigen Unterstützung innerhalb der Familie zu verbessern. Für die Bewältigung von Veränderungen und Übergangsphasen innerhalb von familiären Zusammenhängen oder in schwierigen Lebenssituationen, bei schwerer Krankheit oder Tod eines Familienangehörigen, kann das Erlernen von Strategien zum gezielten und unterstützenden Einsatz von Ressourcen für die Familienmitglieder von grundlegender Bedeutung sein.

Im Allgemeinen können alle Situationen oder Probleme, die sich auf die Beziehungen der Familienmitglieder untereinander und die Funktionalität der Familie und ihre unterstützende Funktion negativ auswirken, mit Hilfe von systemischer Familientherapie verbessert werden. Gleichermaßen können Einzelpersonen mit Problemen, die negative Auswirkungen auf die Beziehungen zu anderen Familienmitgliedern oder weiter definierte Systeme haben, vom systemischen Ansatz profitieren. Auch die Einbindung von Personen in die Therapie, die der Familie oder dem sozialen Netzwerk der Einzelperson angehören, kann dazu beitragen, eine Pathologisierung des Einzelnen zu vermeiden und Probleme effektiver zu bewältigen.

Familientherapie kann sowohl in Bezug auf Krisensituationen, als auch langfristig Problemlösungen bieten. Es dient außerdem der Prävention von Verhaltensschwierigkeiten und zur Vorbeugung von Delinquenz und psychischen Zusammenbrüchen. Nachfolgend sind einige Themenbereiche und Situationen aufgeführt, in denen Familien von einer Familientherapie profitieren können.

  • Gesundheitliche Probleme, insbesondere chronische physische Krankheiten
  • Psychosomatische Probleme
  • Psychische Gesundheit von Kindern und Heranwachsenden
  • Psychische Gesundheit Erwachsener
  • Psychosexuelle Schwierigkeiten
  • Alkoholprobleme und andere Fälle von Suchtmittelmissbrauch
  • Eheprobleme einschließlich Trennung und Scheidung
  • Pflegefamilien, Adoption und verwandte Themen
  • Familiäre Lebenszyklen und Lebensberatung in Übergangsphasen
  • Förderung der Erziehungskompetenzen von Eltern und Familienfunktionalität
  • Schulische Probleme
  • Berufsbedingte Schwierigkeiten
  • Traumatische Erfahrungen, Verlust und Trauer
  • Zerrüttung von Familien aufgrund von sozialen, politischen oder religiösen Konflikten